Claudia Jung

Die Zeit blieb steh´n

Claudia Jung


Lange hab´ ich Dir nachgesehn´. 
Lange stand ich noch da. 
Ich sah noch Dein Winken - alles klar. 
Auf den Lippen Dein Abschiedskuß, 
er brannte bis in mein Herz. 
Dein tiefer Blick, 
als wär´s das letzte Mal. 

Und die Zeit blieb steh´n, 
etwa um halb acht. 
Jemand rief mich an und sagte - Du sei stark - 
denn er kommt nicht zurück. 
Im Nebel war´s gescheh´n, 
er fuhr zu schnell und hat nicht aufgepaßt. 
Die Zeit blieb steh´n, 
so etwa um halb acht. 

Lange schau ich ins Kerzenlicht. 
Lange denk ich an Dich. 
Ich hör´ Deine Stimme - bist Du da? 
Ich spür noch immer den Abschiedskuß, 
er brennt bis tief in mien Herz. 
Doch was mir bleibt 
ist nur noch Einsamkeit.